Goldene Krone Darmstadt Goldene Krone Darmstadt
Montagsmusik: Montestereo / Indie Pop
Montag 23.09.2019
Kneipe
Einlass: 19 h/ Beginn: 21 h     / Eintritt frei
Am Anfang war der Oli. So beginnen die fĂŒnf sympathischen Jungs zu erzĂ€hlen, wie es zur GrĂŒndung ihrer Band Montestereo kam. „Monte", italienisch fĂŒr Berg, ist eine Anspielung auf ihren alten Proberaum in der Kirchbergstraße; „Stereo" steht fĂŒr die Realisierung von Tönen.

Das Rezept ihrer selbst geschriebenen Songs: eingĂ€ngig, eigenwillig, einzigartig. „Das ist uns wichtig", erklĂ€rt Oli. Aber wer sind die fĂŒnf jungen MĂ€nner eigentlich, was machen sie - und warum? Oli ist Halbbrasilianer, singt, seitdem er denken kann, ist der kreative Kopf und hauptverantwortlich fĂŒr die Texte. Rossen kommt ursprĂŒnglich aus Bulgarien, ist Bassist und sorgt wĂ€hrend des GesprĂ€chs mit seinem etwas bizarren, aber stets erfrischenden Humor immer wieder fĂŒr Lacher. Eddi ist der Erfahrenste der Gruppe.
Der gebĂŒrtige Kasache spielt schon seit 18 Jahren Schlagzeug. RenĂ©e ist mit 21 Jahren der JĂŒngste, „das KĂŒken", sagen die anderen und lachen. Schon als Kind hat er mit dem Keyboardspielen angefangen. Alex ist Gitarrist und war bei der Namensfindung besonders kritisch. Einzigartig sowie marketingtechnisch aussagekrĂ€ftig sollte er sein. Und die Band widerspiegeln.

Ein bunter Haufen, denkt man schnell und liegt damit ziemlich richtig. Die Jungs sind unterschiedlich in ihrer MentalitĂ€t. Sie ergĂ€nzen sich und das macht sie aus. „Jeder von uns hört unterschiedliche Musik, hat andere EinflĂŒsse mit eingebracht, und so haben wir uns gegenseitig geprĂ€gt und erweitert", erzĂ€hlen sie. Auch beim ErzĂ€hlen ergĂ€nzen sie sich gegenseitig. Und sie lachen, viel, und immer wieder.

2010 hat sich Montestereo gegrĂŒndet. Oder besser gesagt: entwickelt. Oli und Manager Alessandro MiccichĂ©, vorher als Band „Fast-Life" unterwegs, wollten noch mehr Musik machen, zusammen mit anderen Musikern.
Alex und RenĂ©e kamen ĂŒber Oli dazu, Rossen und Eddi ĂŒber eine Anzeige. Dann waren sie komplett und begannen mit der Arbeit fĂŒr ihre erste CD „Pot of Gold", die im November des vergangenen Jahres erschien. Seitdem haben sie zwei Konzerte in Frankfurt gegeben, zuletzt im „Chalet" in Bornheim. Ihr Song „Beautiful Thing" hatte besonderen Erfolg: Der Mobilfunkanbieter Vodafone hat ihn fĂŒr einen Werbespot genutzt.

Vor ihrem ersten Konzert am 16. Dezember 2011 in der Brotfabrik waren die Jungs unglaublich nervös, erzĂ€hlen sie. „Wir haben vorher so viel Werbung gemacht, Plakate aufgehĂ€ngt, Leute eingeladen und so war der Druck enorm groß", erinnert sich RenĂ©e.Auf der BĂŒhne fĂŒhlte sich dann alles ganz anders an. „Man denkt nicht nach, die Zeit vergeht ganz schnell", erzĂ€hlt Oli. „Und nebenbei versucht man immer, in den Gesichtern der Leute zu lesen.
Macht es den Leuten so viel Spaß wie uns? Gehen sie mit?" Das Album, das im Sommer herauskommen soll, heißt „Solid Ground". BodenstĂ€ndig sind die Jungs. „Wir alle stehen mit beiden Beinen fest im Leben, auch wenn jeder von uns davon trĂ€umt, mit der Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das heißt Solid Ground fĂŒr mich", erklĂ€rt Oli. Rossen hat eine andere ErklĂ€rung: „Eigentlich liegt das am Boden unseres alten Proberaumes, der war alles andere als solide."

Einmal die Woche treffen sich die Jungs im Datasteps-Studio in Dreieich, an Probenwochenenden verschanzen sie sich dort auch mal zwei lĂ€ge lang. „Auch wenn musikalisch dabei nicht immer viel rauskommt, als Band schweißt uns das zusammen", sagt Oli.
Die Jungs verstehen sich gut, gehen gerne zusammen feiern, wenn es die Zeit erlaubt, aber sie fetzen sich auch öfter mal. „Wir sind aber alle kritikfĂ€hig und nicht nachtragend, das ist halt der Vorteil bei MĂ€nnern", sagen sie lachend, „ein Bier und dann ist’s gut.“ (Quelle: Frankfurter Rundschau, 14.03.2012)

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