Goldene Krone Darmstadt Goldene Krone Darmstadt
The Pariah + Watch me Rise+ Devil May Care / Hardcore
Freitag 26.04.2019
Saal
Einlass: 20 h/ Beginn: 21 h     / Eintritt: 10 €
The Pariah

Nach dem gelungenen Auftakt mit der 2016er EP „Divided by Choice“ auf Redfield Records, sind die Melodic Hardcore-Spezialisten von THE PARIAH zurück und bereit die europäische Szene mit ihrem Debüt-Album sowie herausragenden Live-Shows im Sturm zu nehmen und die Latte für ihre Mitstreiter und Fans ein Stück höher zu legen. „No Truth“ erscheint am 28. September bei Redfield Records und Silent Cult Records in UK. Vorboten wie „Silent Birds“, „Surged“ (feat. Brendan Murphy von COUNTERPARTS) oder „Regression“ (feat. Tobias Rische von ALAZKA) machen die kompromisslose Marsch- route der Band deutlich, sie halten aber auch das richtige Maß an Eingängigkeit bereit. Gepaart mit technischer Finesse und einer detailreichen aber nicht zu polierten Produktion, wissen THE PARIAH mit „No Truth“ ihre Eigenständigkeit zu unterstreichen.
Ob als Headliner, auf Festivals oder als Opener für Bands wie NAPOLEON, HUNDREDTH, CAPSIZE, LANDSCAPES, SHAI HULUD, CANVAS und POLAR, es lässt sich mit Sicherheit behaupten, dass THE PARIAH wohl nie eine Show gespielt haben, bei der sie nicht neue Fans für sich begeistern konnten. Die Kombination aus Druck, Spielfreude und absoluter Überzeugung am eigenen Tun packt letztendlich jeden, was zuletzt bei den Sommer-Shows mit BEING AS AN OCEAN, COUNTERPARTS und AGNOSTIC FRONT zu beobachten war und bei den Konzerten zum Album-Release im Herbst seine Fortsetzung finden wird.
Inhaltlich wird bei THE PARIAH mit eher düsteren Farben gemalt. Frontmann Henning Begemann schildert den Weg zum thematischen Unterbau von „No Truth“: „In der Zeit, als die Texte für das neue Album entstanden sind, habe ich mich viel mit den Gründen für unser Verhalten anderen gegenüber beschäftigt. Warum man zum Beispiel immer so tut als wäre alles geil, auch wenn man genau weiß, dass das Gegenüber sich genauso in die Tasche lügt wie man selbst. Trotzdem kommt man aber nicht auf die Idee, das Ganze mal zu hinterfragen. Diese Überlegung hat mich irgendwann dazu gebracht auch den Begriff der Wahrheit, den wir als unumstößlich empfinden, in seinen Grundsätzen zu hinterfragen. Dieses Verstecken und Verdrehen von Wahrheiten zieht sich als Leitmo- tiv durch alle Texte. ‚No Truth’ ist ein etwas zynischer Oberbegriff für diese Überlegung, aber das ganze ist mehrschichtig gemeint. Auf der einen Seite beschäftigen sich die Texte entweder mit dem Lügen selbst oder sie thematisieren genau das, was man sonst eigentlich nicht ausspricht. Auf der anderen Seite soll es aber auch heißen, dass der Zuhörer auf diesem Album keine reine Wahrheit finden wird, sofern es diese überhaupt gibt. Die Themen reichen dabei von der in sich gekehrten Analyse der eigenen Fehler (‚Awake’, ‚Hollow at Heart’, ‚Persona’, ‚Comfort Zone’) über Gesellschaftskritische Aspekte (‚Dissemble’, ‚Silent Birds’) bis hin zum sehr politischen Song ‚Regression’.“
Für Bassist Rouven Kircher liegen die Unterschiede zu früheren Aufnahmen klar auf der Hand: „Im Vergleich zu unserer Debüt-EP, hat sich unser Sound, ebenso wie der Anspruch an unser Material, dahingehend verändert, dass sich während des Songwritings eine klare Linie im Hinblick auf das finale Produkt manifestiert hat. Wir sind zu einer kreativen Einheit gewachsen, was sich sowohl musikalisch als auch inhaltlich spüren lässt. Dieser Reifeprozess ist klar auf ‚No Truth’ zu hören.“
Mit ihrem ersten Album haben sich THE PARIAH auf die Suche nach nichts geringerem als der Wahrheit gemacht und sie nicht gefunden. Der Weg hin zu dieser niederschmetternden Erkenntnis ist allerdings brutal ehrlich, mitreißend und für den Hörer bis zur letzten Sekunde eine intensive Erfahrung. Aber dass man von THE PARIAH nichts als Aufrichtigkeit und Authentizität erwarten kann, daran bestand und besteht kein Zweifel.
Watch me Rise
Devil may Care
  
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